Geschichte

Damals…

Im März 2013 feierte der Pfälzerwald-Verein Hauenstein sein 100-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass veröffentlichten wir eine umfassende Festschrift zur Geschichte des Vereins und der Wanderlust der „Häschdner“.

Hauenstein boomte als am 8. März 1913 einundzwanzig „wanderfreudige Männer“ im Gasthaus „Pfälzer Hof“ unseren Wanderverein gründeten. Es waren Schuhfabrikanten und ihre Söhne, Sägewerksbesitzer, Spediteure, Privatiers, Buchhalter und Buchdrucker. Ihr Vereinslokal war die ehemalige Schuhfabrik von Alois Seibel sen., einem der Mitbegründer des örtlichen Pfälzerwald-Vereins.

In einer Zeit in der Wanderungen für den durchschnittlichen Hauensteiner eigentlich nur zwecks Broterwerb unternommen wurden, beschlossen die besser betuchten Gründer unseres Pfälzerwald-Vereins sich künftig dem Wandern, der Tourismusförderung und dem Schutz der Natur zu widmen. „Als einzige gleichmäßige Ausrüstung” war nur der Hut angesagt. Ansonsten trugen die Herren gerne ihre Ausgehanzüge und schicke Stiefletten, wie die alten Fotos zeigen. Frauen sah man vor dem 1. Weltkrieg selten beim sonntäglichen Wandergang.

Die Gründungsväter waren fixe Wanderburschen. Bereits einige Tage nach Vereinsgründung stand der erste Wanderplan fest. Die Tour war 22 Kilometer lang und führte zum Lindelbrunn, Bewartstein und Drachenfels. Es waren  Ziele von großer heimatkundlicher Bedeutung. Die Vereinsmitglieder wanderten so eifrig, dass bereits Ende des 1. Vereinsjahres das goldenen Wanderabzeichen an zehn Mitglieder verliehen wurde. Das Abzeichen erhielten die Pfälzerwäldler, wenn sie an mindestens neun von insgesamt 12  Jahreswanderungen teilgenommen hatten.

Wie bereits erwähnt, waren die damaligen Vereinsmitglieder gut betucht und zahlten 2,60 Mark Mitgliedsbeitrag, der fast zur Hälfte an den Hauptverein in Ludwigshafen abgeführt werden musste. Die viel beschäftigten Hauensteiner leisteten sich sogar einen Vereinsdiener. Dieser erhielt allerdings lediglich fünf Mark „Entschädigung“ pro Jahr.

Die Regeln in unserem Verein waren damals noch etwas strenger als heute. Geduldet wurde nur, wer sich genau an die Vereinsstatuten hielt. Dazu zählte u.a., dass jedes Mitglied das Vereinsleben aktiv mitzugestalten und viel Energie und Zeit in den Aufbau des PWV zu investierten hatte. (Vielleicht sollten wir diese Gepflogenheiten wieder einführen).

 

Die erste Vereinsphase war kurz

Die frühen Pfälzerwäldler hatten allerdings wenig Zeit ihre Ideale und Ziele zu entfalten. Bereits im August des Jahres 1914 brach der 1. Weltkrieg aus. Wie wenig man in Hauenstein und im übrigen PWV darauf vorbereitet war zeigt, dass für das ganze Jahr Wandertouren geplant waren. In Hauenstein musste die für Juli 1914 angekündigte Tour nach Liebenzell – Teinach wegen des Kriegsausbruchs ausfallen. Aber es gab Ersatzwanderungen.

Der Krieg traf die Menschen in Hauenstein wie in der gesamten Pfalz ganz besonders hart. Die langjährige französische Besetzung nach Kriegsende erschwerte sogar das Wandern. Noch bis 1924 musste jede einzelne Wanderung von den französischen Behörden genehmigt werden. Trotzdem gründeten die Hauensteiner 1922, acht Jahre nach Kriegsende, im Nebenzimmer der Gaststätte „Zum Schwanen“ die Ortsgruppe des Pfälzerwald-Vereins neu. 23 Vereinsmitglieder wählten einen neuen Vorstand. Zum Teil war es der alte geblieben und immer noch waren die Vereinsvorstände aus dem Hauensteiner Fabrikantenmillieu.

Mehr zur Wandertradition in Hauenstein und Region in unserem Buch zur 100. Gründungsjahr  ”Auf Schusters Rappen”. Es ist ist beim Vorstand und in der Gaststätte unseres Wanderheims zu kaufen. Bestellungen werden gerne entgegengenommen.

Wir freuen uns über Ihr Interesse.